»Die haben alle die gleiche Macke«
Dresden, Corona, das Büchermachen, Fußball und Walter Fritzsch. Ein Gespräch mit Uwe Karte
Von Frank Willmann

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20210708 Walter Fritzsch ZEIT im Osten

Ein Leben, zwei Ideologien

Einmal ist mir die Legende persönlich begegnet. Am 20. Juni 1971 stand Dynamo Dresdens Meistertrainer Walter Fritzsch auf dem Gipfel des Ruhms. Nein, er saß, auf einer Kabinenbank im halleschen Kurt-Wabbel-Stadion, umgeben von dampfenden Spielern, die in einer Regenschlacht gegen den Berliner FC Dynamo den FDGB-Pokal errungen hatten. Sekunden vor Schluss der Verlängerung köpfte Klaus Sammer das 2 : 1. Platzsturm, schwarz-gelbe Ekstase. Im Fanvolksgetümmel ergatterte ich einen Fetzen vom Trikot des Torwarts Kallenbach. Die Ordner, proletarische Senioren, amüsierte mein roter Kassettenrecorder. Sie schoben mich in die Kabine der Sieger. Ich streichelte den Pokal, Haustein, Dörner, Ganzera plauderten in mein zitterndes Mikrofon. Dann spendete mir Walter Fritzsch eine Spielanalyse in westsächsischer Mundart. Ich war selig, der hyperkritische Trainer leidlich zufrieden.

Das ist nun ein halbes Jahrhundert her. Ich war damals fünfzehn, Fritzsch fünfzig Jahre alt. Dreißig Jahre zuvor hatte er als Panzergrenadier und MG-Schütze der Wehrmacht die Sowjetunion überfallen. Bis zum Abpfiff des Hitler-Regimes träumte er vom deutschen »Endsieg«. Nun aber wirkte Genosse Fritzsch als verdienter Aktivist des sozialistischen Leistungssports. Ein Leben, zwei konträre Ideologien?

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Quelle: Sächsische Zeitung vom 16.04.2021, von Peter Anderson

Autor Uwe Karte und Politiker Frank Richter haben für ein Buch über Dynamo-Erfolgstrainer Walter Fritzsch kooperiert. Der trainierte auch die BSG Stahl Riesa.

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Über 55 Jahre führte Dynamo-Trainer Walter Fritzsch Tagebuch. Der Dresdner Uwe Karte hat daraus ein fast 500 Seiten starkes Werk zusammengestellt. Frank Richter liefert eine gesellschaftspolitische Einordnung. © Claudia Hübschmann

Herr Karte, wann und wie sind Sie auf das Tagebuch von Walter Fritzsch gestoßen?

Das ist eine lange Geschichte, hier die Kurzfassung: Bei der Recherche zu meinem Dokumentar-Film "Der kleine General" erfuhr ich von den privaten Tagebüchern, ohne Genaueres über Umfang beziehungsweise Inhalt zu wissen. Ich bat um Einsicht, und bekam den ganzen Koffer. Das war im Herbst 2005 und ich war echt geplättet. Oder besser gesagt überfordert. Das Sichten dauerte Wochen und Monate. Vieles konnte ich nur mit viel Mühe oder gar nicht lesen. Bis 1949 hat Walter Fritzsch fast alles in Sütterlin-Schrift festgehalten, die Notizen in den Kriegstagebüchern aus seiner Zeit bei der 18. Panzerdivision sind vorwiegend mit Bleistift geschrieben. In der Zwischenzeit hatte mir der Nachlassverwalter die Tagebücher vermacht, mit dem Auftrag: Halt sie zusammen und machen Sie was draus! So schlich ich dann viele Jahre um die Tagebücher herum. Bis sich 2019 die Frage stellte: Ganz oder gar nicht?

Herr Richter, wie halten Sie es mit dem Tagebuchführen?

Als Jugendlicher, während der Armeezeit und im Studium habe ich regelmäßig Tagebuch geführt. Die Aufzeichnungen waren Selbstgespräche und nur für mich bestimmt. Jetzt telefoniere ich jeden Abend mit meiner Frau, weil wir arbeitsbedingt eine Wochenend-Ehe führen müssen. Meine Frau ist mein Tagebuch.

Herr Karte, Sie kannten Walter Fritzsch noch persönlich. Wie hat die Lektüre Ihr Bild von ihm verändert?

Ich glaube, durch das Studium der Tagebücher habe ich ihn erst richtig kennengelernt und war oft sprachlos. Was er – vornehmlich im Krieg oder auch in der Nachkriegszeit – durchleben musste, blieb meiner Generation zum Glück erspart: 23 Nahkampftage an vorderster Ostfront und das Sterben links und rechts von ihm war Normalität. Dazu Hunger, Kälte und kein Ende von diesem Wahnsinn in Sicht. Schon deshalb habe ich spätere Entscheidungen von ihm plötzlich viel besser verstanden. Der Ärger seiner Spieler über das gnadenlose Training auf dem Hartplatz etwa, hat ihn doch nicht wirklich interessiert. Erstaunt hat mich zudem der Umstand, wann und wo Walter Fritzsch überall Zeitzeuge beziehungsweise Augenzeuge war, das ist unglaublich spannend!

Herr Richter, was war für Sie die größte Überraschung beim Lesen der Tagebücher?

Dass es Walter Fritzsch fertiggebracht hat, Tagebuch über mehr als 55 Jahre zu führen. Für eine solche Leistung braucht es eine besondere Motivation, über die ich nur spekulieren kann.

Herr Karte, wie haben Sie den vielen und reichhaltigen Stoff in Ihrem Buch verarbeitet?

Ich denke, es ist eine gute Mischung. Das Tagebuch ist mal komplett, mal nur in Auszügen zitiert. Dazu gibt es erklärenden Stoff und wichtige Bemerkungen, sowie eine reiche Illustrierung mit mehr als 400 tollen Fotos und Abbildungen. Und zwischen den Lebensabschnitten gibt es noch etwas ganz Besonderes. Gespräche mit prominenten Kommentatoren, die Dinge bewerten und einordnen.

Herr Richter, Fußballer wie Walter Fritzsch bezeichnen sich oft als unpolitisch. Was ist von solch einer Behauptung vor dem Hintergrund der Biografie des Dynamo-Erfolgstrainers zu halten?

Walter Fritzsch wollte mit Politik am liebsten nichts zu tun haben. Das konnte nicht gelingen, weil Fußball keine Privatsache ist. Fußball spielt man nicht im stillen Kämmerlein, sondern in aller Öffentlichkeit. Fußball braucht politische Rahmenbedingungen – auch öffentliches Geld – und Fußballer müssen, ob sie wollen oder nicht, damit umgehen, dass Politiker die große Bühne Fußball für sich nutzen. Auch Walter Fritzsch musste das begreifen.

Herr Karte, die Tagebücher dokumentieren auch die Arbeitsmethoden von Walter Fritzsch als Trainer. Wie modern war er auf diesem Gebiet?

Auf vielen Gebieten war er Visionär! Was mir einfällt: Spielbeobachtung mit einer Kamera bereits ab 1961. Die gründliche Erfassung und Auswertung von allen möglichen Daten, alles mit der Hand geschrieben und gezeichnet – mit endlosen Listen, Tabellen, Diagrammen – einfache irre! Dazu hatte er eine ganz spezielle Art Steno-Schrift für das Kurz-Protokoll von Fußballspielen. Für all das gibt es heute nicht nur einen hauptamtlich Beschäftigten im Trainerstab, dazu Computerprogramme und jede Menge Software. Walter Fritzsch hat das ganz allein erledigt – er war echt ein Fußball-Wahnsinniger!

Herr Richter, was lässt sich Ihrer Ansicht nach für den Leser aus dem Buch erfahren und vielleicht auch lernen?

Das Buch ist eine wahre Fundgrube für Fans, für Geschichtsinteressierte, für die Dresdner und eigentlich für alle Sachsen. Walter Fritzsch stammt aus Planitz bei Zwickau, er hat viele sächsische Mannschaften trainiert. Mit Dynamo feierte er seine größten Erfolge. Großenhain und Meißen spielen eine Rolle, weil er sich während des Krieges zeitweise hier aufgehalten hat. Walter Fritzsch ist ein Zeuge des 20. Jahrhunderts. Wer das Buch intensiv liest, lernt, was viele heute vergessen haben: Bescheidenheit und Fleiß. Etwas Wasser allerdings muss in den Wein gegossen werden: Würde Walter Fritzsch noch leben, müsste man ihm auch ein paar peinliche Fragen stellen, die seine Soldatenzeit betreffen.

Das Buch "Tagebuch für Walter Fritzsch" erschien am 15. April und kostet 48 Euro. Bestellung unter: www.uwekarte.de/fritzsch

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Das "Tagebuch für Walter Fritzsch" geht auf die Reise.

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Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass Ihr Titel "Stübner" auf der Shortlist des "Fußballbuch des Jahres 2020" steht, und gratulieren herztlich zur Nominierung.

Wenn man eine Mail bekommt, die mit diesem Satz beginnt, dann ist das ein Grund, auf das vorliegende Buch: "Stübner - Popstar wider Willen" ein bißchen stolz zu sein.

Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur verleiht seit dem Jahr 2006 die Auszeichnung „Fußballbuch des Jahres“. Zu den bisherigen Preisträgern gehören renommierte Fußballjournalisten wie Ronald Reng oder Thomas Kistner, ehemalige Fußballgrößen wie der Argentinier Jorge Valdano und Schriftsteller wie Péter Esterházy.

Eine erstklassig besetzte Jury aus elf Literatur-, Sport,- und Kultursachverständigen nominierte auch in diesem Jahr die Titel der Shortlist zum Fußballbuch des Jahres. Auf Basis dieser Shortlist wird dann der endgültige Siegertitel gewählt.

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Anfang Juni saß ich bei Gert im Krankenhaus. Entgegen unseren Gepflogenheiten - da ging es in erster Linie um Fußball, um Dynamo und erst nachrangig um alles andere - sprachen wir über wirklich alles - vielleicht, weil wir wussten, dass es sehr wahrscheinlich unser letztes Gespräch sein würde.

Im März 1990 hatte ich ihn zum ersten Mal erlebt, bei der Fußball-Weltgala in Dresden. Zwischen Helmut Kohl, Veronika Fischer und Fritz Walter sah ich da einen Typen, ganz in weiß, mit Mikrofon - die Haare offenbar gefärbt - der die Fußball-Stars aus der ganzen Welt nicht nur dirigierte, er spielte sie an die Wand. Das Stadion war seine Bühne. Apropos: Auf der Bühne nannten wir uns distanziert „Kollege Zimmermann“ und „Kollege Karte“. Wenn wir uns anriefen oder trafen - verwendeten wir das für uns Vertrauliche: „Genosse“. Das hatte sich - ohne jede politische Ausrichtung - einfach so ergeben. Und so begrüßte ich ihn eben auch an diesem Donnerstag vor vier Wochen im Krankenhaus mit „Genosse“ - worauf er die ein wenig irritiert wirkende Schwester kurz beruhigen musste, es sei schon alles in Ordnung.

Wie aber fängt man ein Gespräch an - wenn man weiß, es wird das letzte sein? Zimmi im Krankenbett, ich gegenüber. „Jetzt nimm doch mal das Scheißding ab“, forderte er mich auf und zeigte auf meine Maske. Das nahm den Umständen die Steifheit und wir fingen an - wie gewöhnlich - zu plaudern. Über Ralf Minge und dessen frisch verkündetem Abschied von Dynamo. „Unglaublich!“, polterte Zimmi und ich überlegte, wie oft ihn sein Lieblingsverein schon zu diesem Kommentar getrieben hatte. Mir fiel auf: Seine Stimme hatte viel von ihrer Kraft verloren. Woher sollten die Körner auch kommen? Er beschrieb seine Tagesration: Ein Tässchen Spargelcremesuppe, eine Erdbeere und ein Kirsche. Dabei hatte er für sein Leben gern gegessen. Für ein leckeres Filetsteak Stroganoff stellte er sich sogar selbst an den Herd. Danach, natürlich, ein Gin Tonic. Oder spätabends das geliebte Walnuss-Eis. Für das gute Gewissen oder zumindest die Beruhigung dessen sorgte das Fußball spielen an einem jeden Dienstag.

Und schon purzeln die Erinnerungen. Kennengelernt hatten wir uns im Sprecherturm auf der Pieschener Allee, Sonntag früh um 10, irgendein Volkssportturnier. Dort stellte ich mich vor, er erwiderte kurz: „Ich bin der Zimmi!“ und konnte sich vor vier Wochen beim besten Willen nicht mehr daran erinnern - ist ja auch schlappe 30 Jahre her. Ab 1991 hatten wir regelmäßig miteinander zu tun. Bevor er sonntags in der Redaktion erschien, hörte man meist schon seinen Wortschwall im Treppenhaus. Bald wurde er für mich der „GeZi“, das war sein Kürzel bei der Zeitung, der „UNION“.

Zurück ins Haus L - Station 20 - Zimmer 132. Wir sprachen auch über den „Fall der Fälle“ - wie es Gert nannte. Natürlich ohne das Wort Trauerfeier in den Mund zu nehmen. Für mich war er in diesem Moment ein Meister der verbindlichen Unverbindlichkeit. Das konnte er perfekt, wenn es um persönliche Dinge, oder emotionale Befindlichkeiten ging. Da drückte er sich gern und lenkte sich mit den täglichen Aufgeregtheiten ab. Und nun? Fragte er unvermittelt: Machst du mir dafür auch so ein Filmchen - wie damals beim Doc? Ich verstand, was er meinte. Im Dezember 2004 waren wir zur Trauerfeier nach Erfurt unterwegs. Nicht sicher, wie die vorbereiteten Bewegtbilder auf der Leinwand bei den Trauergästen ankommen würden. „Hier meldet sich Wolfgang Hempel aus dem Berner Wankdorf-Stadion“, begann damals der Nachruf und er kommentierte mit der nun etwas heiseren Stimme: „Das war wegweisend!“ „Zimmi“ hat den „Doc“, wie wir Wolfgang nannten, ein Leben lang sehr verehrt. Und konnte ihn wunderbar imitieren, oft und gern bediente er sich aus dessen Repertoire.

Sprachlos erlebte man den GeZi eher selten. Ein Sheriff in den USA schaffte es mal mit ein paar spontanen Zwangsmaßnahmen. Gert - es war im Rahmen der Fußball-WM 1994 unterwegs - war von ihm auf einem Highway heraus gewinkt worden und irritierte den Ordnungshüter mit seinem Mitteilungsbedürfnis. Sekunden später spürte er das Autodach unter der Kinnlade und hatte - breitbeinig am Mietwagen stehend - die Leibesvisitation über sich ergehen zu lassen und hielt jetzt lieber die Klappe. Ich schaffte Ähnliches mit einer ganz banalen Frage: Wohin fährst Du in den Urlaub? Nach einer für ihn ungewöhnlich langen Pause schaute er mich völlig entgeistert an und fragte zurück: „Urlaub?“ Dann beschrieb er den für ihn perfekten Tag - sagen wir Mitte der 80er Jahre: Der begann mit der Frühschicht im Hotel und dem Eindecken der Tische. Nach der Schicht eilte „Oberstkellner Zimmermann“ in den Großen Garten, um dem Training der Dynamos beizuwohnen und dann in der Texterfassung der Redaktion den netten Mädels ein paar Zeilen zu diktieren. Von der Zeitung ging es direkt zur dritten Schicht des Tages, als DJ mit seiner „Internationalen Musikmaschine". Das war seine Welt! „Hat mir Spaß gemacht, ich konnte nicht genug davon bekommen und hätte mich im Urlaub nur gelangweilt“, ich glaubte ihm aufs Wort!

Bis zuletzt hatte sich daran nicht so viel geändert. Die perfekte Woche der letzten Jahre begann am Freitagabend mit dem Spiel bei den Eislöwen und den Gesprächen mit den Oldies. Samstag mittag dann Dynamo, mit Currywurst und belegten Brötchen. Mit Spielschluss die Grätsche vor der Haupttribüne, ein streitbares YouTube-Format. Entweder mochte man es oder eben auch nicht. Zimmi liebte den Boulevard. Sonntag früh dann auf ein Bierchen bei der Post auf der Hebbelstraße. Oder doch gleich zur 3. Liga in Chemnitz oder Zwickau? Dienstag dann Champions League in Leipzig, Mittwoch Volleyball in Dresden, Donnerstag eine Veranstaltung im Schloß Schönfeld und wann nochmal gibts denn nächsten Talk mit Meyer und Geyer? Dazu alles vom Sport-Stammtisch bis hin zur Pflegemesse - das war seine Welt und in gewisser Weise auch seine Familie.

„Darf ich Dich fragen, wie das im Herbst bei Dir mit der Krankheit angefangen hat?, wollte ich von ihm wissen und er erzählte. Nach der Diagnose trafen wir uns im Großen Garten, er nahm mich zur Seite. Ein Blick in sein Gesicht verriet den Ernst der Lage. „Danke, dass Du letzte Woche für mich die Mugge übernommen hast!“, sagte er, ich winkte nur ab und fragte: „Sehr schlimm?“ Er nickte kurz.

Was uns immer verbinden wird, sind die beiden Dynamo-Bücher. Zum zweiten hatte er mich im Frühjahr 2012 überredet und war unheimlich stolz, als es im August 2013 endlich fertig war. Mit zehn fleißigen Helfern - darunter Gitta Müller, die gute Seele auf der Dynamo-Geschäftsstelle - waren wir zuvor in die Druckerei nach Zwickau gefahren, um zwei Tage lang jedem Buchkäufer seine Wunsch-Widmung handschriftlich einzutragen. Die Reaktionen aber waren jede Mühe Wert.

Das erste Buch - geschrieben im Frühjahr und Sommer 1993 - Dynamo bekam gerade minus vier Punkte aufgebrummt - war ein Projekt, wo man Optimismus sehr gut gebrauchen konnte. Was aber passierte ein Vierteljahr später? Dresden schlug erst die großen Bayern im DFB-Pokal und gewann in der nächsten Runde das Elfmeterschießen gegen Bayer Leverkusen. Als Pavel Hapal den Torhüter der Schwarz-Gelben narren wollte - blieb Stanislaw Tschertschessow ganz cool und „Zimmi“ orgelte in seiner Live-Reportage für die Ewigkeit: „...und der Russe bleibt stehen wie Lenin auf dem roten Platz!“

...und wie macht man das, sich für immer zu verabschieden? Ich sagte Gert, was mir gerade durch den Kopf ging. Auf der Palliativstation waren zwei Stunden wie im Flug vergangenen. Hätt ich gar nicht gedacht, sagte er und ergänzte: Dass ich so lange noch durchhalten kann! Die Kraft lässt doch spürbar nach - jeden Tag ein bißchen. Aber danke Dir, ich habe heute Abend über vieles nochmal nachzudenken - zum Abschluss hielt er mir die Faust hin - der Corona-Gruß zum Abschied.

So einen Typen wird es vermutlich nie wieder geben. Zimmi war einzigartig, dazu ein Produkt seiner Zeit. Ich hoffe nur, wo auch immer er jetzt ist, er lässt die anderen auch mal zu Wort kommen. Mein Lieber, machs gut, es war mir eine Ehre!

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Heiko Scholz denkt an seinen ehemaligen Mitspieler und Weggefährten. Ein Jahr nach dem plötzlichen Tod von Jörg Stübner besucht „Scholle“ das Grab.

Vasilis aus Griechenland freut sich nach dem Dynamo-Buch nun auch auf die Stübner-Lektüre.

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Damit fällt leider die Buchlesung am 12. März 2020 aus.

2020 Buchmesse Leipzig

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse sind Autor Uwe Karte und Stübner-Weggefährte Heiko Scholz (Co-Trainer Dynamo Dresden) zu Gast in der LVZ-Kuppelhalle, Moderation: Roman Knoblauch

Liebe Stübner-Freunde,

allen zunächst noch ein gesundes neues Jahr! Zugleich ganz herzlichen Dank für die vielen Reaktionen, Einschätzungen und Erinnerungen nach dem Lesen des Buches. Vom Zweizeiler bis zur mehrseitigen Mail war alles dabei. Ich bin mir sicher, dass Jörg alles verfolgt hat und sich auch darüber gefreut hat. Schade, dass er sein Buch nicht mehr selbst in der Hand halten kann. Dafür hat es vielerorts einen würdigen Platz bekommen.

Schön auch, dass an sein Grab immer wieder frische Blumen gebracht werden. Für seine Familie ist es ein weiteres Zeichen, dass er in Dresden nicht vergessen ist.

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Vielleicht sehen wir uns demnächst bei der einen oder anderen Veranstaltung, ich würde mich freuen!

Beste Grüße
Uwe Karte

Buch-Präsentation in der BallsportARENA mit Ulf Kirsten
Wann? Donnerstag, 28. November - 19 Uhr
Wo? VIP-Raum
Eintritt: 5 Euro (Abendkasse) oder verbindliche Reservierungen über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (das Kartenkontingent ist begrenzt)

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Ulf Kirsten - 100facher Nationalspieler - gehört zu den langjährigen Weggefährten und Freunden des viel zu früh verstorbenen Dynamo-Spielers. Buch-Autor Uwe Karte plaudert mit ihm über gute und schlechte Zeiten, über bewegende Momente und wichtige Begebenheiten. Illustriert wird das Gespräch mit filmischen Erinnerungen.

Von Thomas Riemer: Autor Uwe Karte hat sein Buch über den verstorbenen Fußballer Jörg Stübner vorgestellt. Ein bewegender Abend in Schloss Schönfeld.

Schönfelds Bürgermeister Hans-Joachim Weigel und Autor Uwe Karte hatten den Termin der Buchvorstellung lange vorbereitet. "Den Abend haben wir schon im Frühjahr geplant", bestätigt Karte. Damals hatte auch der "Buchheld" zugestimmt. "Ja, eigentlich hätte heute Jörg hier gesessen. Er hat sich auf die Buchpremiere gefreut", sagt der Journalist. Doch dann die schreckliche Nachricht. Am 24. Juni dieses Jahres verstarb Jörg Stübner. Plötzlich. Unerwartet. Mit 53 Jahren. Stille herrscht im Schlosssaal, als am Donnerstag ehemalige Fußballkameraden gezeigt werden, die ihm vor vier Jahren per Videobotschaft zum 50. Geburtstag gratulierten. Manche Träne wird weggewischt. Auch Uwe Stübner verfolgt die Bilder. "Als Bruder war ich sehr stolz auf ihn", sagt er später.

"Stübner – Popstar wider Willen" hat Uwe Karte das Werk betitelt, das er seit 2015 mit Jörg Stübner plante. Da hatte der einstige Vollblutfußballer von Dynamo Dresden und vielfache DDR-Nationalspieler seine wohl schlimmsten Jahre hinter sich. Uwe Karte erinnert sich, wie er mit Dynamo-Geschäftsführer Ralf Minge nach Wegen suchen wollte, wie man "den Burschen in die Gemeinschaft holen kann".

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